Musik für arme Schüler in EI Salvador

Diesen Abend werden die Zuschauer noch lange in Erinnerung behalten. Eltern, Freunde, Schüler und Lehrer waren zu einer Benefiz-Veranstaltung des Konrad-Duden-Gymnasiums ins Kulturspielhaus Scala gekommen. Sie erlebten ein Programm von Schülern für Schüler, das man schon als durchaus professionell bezeichnen kann. Musikalisch, künstlerisch und artistisch präsentierten sich mehrere Arbeitsgruppen der ältesten Schule Wesels. Lange wurde auf diese Veranstaltung hingearbeitet und unzählige Proben zeigten jetzt, wie aktiv junge Menschen sein können.

Hilfe für Schüler in El Salvador

Im vergangenen Jahr wurde für ein Kinderkrankenhaus in Tansania gesammelt. Mit der jetzigen Veranstaltung wollten die Schülerinnen und Schüler für die Partnerschule der Eine-Welt-Gruppe Wesel in Nuevo Esperanza in El Salvador um Spenden bitten. Dort, auf dem südamerikanischen Kontinent, wollen sie für ein besseres Essen für andere Schüler sorgen. Isolde Rüter von der Eine-Welt-Gruppe Wesel erklärte in kurzen Worten, worum es ging. „Wir leisten Entwicklungshilfe.“ Bildungsprojekte, eine Partnerschaft mit El Salvador und fairer Handel sollen betrieben werden. Auf einer Großbildleinwand wurde über die Arbeit und Projekte berichtet.

Das ehemalige Lichtspielhaus war bis auf den letzten Platz besetzt, was ein Anzeichen dafür war, dass sicherlich ein großer Beitrag gespendet wurde. Daran hatten aber auch die Akteure ihren Anteil.

Publikum kann Texte mitsingen

Zunächst spielte das Orchester des Gymnasiums einige kleinere Werke unter Leitung von Hans-Günther Bothe. Ein Tango, „Rivers flow in you“, und das bei den Schülern beliebte „You saw him everywhere“ konnten sogar von allen mitgesungen werden, da der Text auf der Leinwand abzulesen war.

Als zweite Gruppe spielte die Band Peavey auf. Hier gab es unter der Leitung von Jochen Kirstein einiges zu hören. Ob nun „Go tell it on the mountains“ in einer ganz besonderen Bearbeitung oder Lieder von Stefanie Heinzmann und „Come together“ von den Beatles, alles war sehr überzeugend. In ganz ungewöhnlicher Art erklang der Welt-Hit der Rolling Stones „I can’t get no Satisfaction“.

Sehenswerte Jonglage-Show

Dritter Programmpunkt war dann noch der schon über die Grenzen Wesels bekannte Zirkus „Butterfly“ (Leitung Florian Bertling). Artistische Verbiegungen sowie eine sehenswerte Jonglage-Show mit bunten Kegeln und Diabolos ließen das Publikum jubeln. Nicht umsonst hatte diese Gruppe schon Auftritte im berühmten Roncalli-Zirkus. Einen schönen Schluss bildeten die Schülerinnen mit ihren bunt leuchtenden Hula-Hup-Reifen.

Am Ende gab es langanhaltenden Beifall für alle Beteiligten, die für eine tolle Benefiz-Veranstaltung gesorgt hatten.

Gelungene Premiere im Schillviertel

Schon peim ersten Mal kamen 720 Euro Spenden für die Weihnachtsbaum-Abholer zusammen.

Vorsichtig drückten Helen und Philip die Klingel an der Haustür. „Guten Tag, wir sind von der Tannenbaumaktion“, begrüßten die Jugendlichen am Flamer Weg den überraschten Patrick Fricke, dessen kleine Tochter unten an der Tür lunkerte. „Einen Moment“, entgegnete der Anwohner und kam mit seinem Baum zum Trekkerwagen, auf den Christian Terörde und Franz-Josef Kuhmann die ausrangierten Weihnachtsbäume warfen. „

Für einen guten Zweck

So habe ich keinen Schmutz mehr im Auto – und wenn es dann noch für einen guten Zweck ist“, zeigte sich der 41-Jährige von der erstmaligen Sammelaktion im Schillviertel angetan.

Seine Nachbarin Friedel Weidemann hatte schon auf die jungen Leute gewartet. „Ich hatte einen Zettel in meinem Briefkasten“, erklärte sie und drückte den beiden Jugendlichen einen Geldschein in die Hand. „Gott sein Dank muss ich den Baum jetzt nicht mehr wegbringen“, zeigte sich die 83-Jährige erleichtert.

Am Haus Nummer 24 hatte Ursula Sczesny schon „drei Stück über die Brüstung geworfen“. Sie kennt sie solche Abholaktionen schon aus Obrighoven. „Aber die Idee, das auch hier zu machen, ist schön.“

Klingeln an der Haustür

Die Jugendlichen (hier waren es rund ein Dutzend) klingelten immer zuerst, das Fahrzeug folgte ihnen dann nach. „Wir gehen jetzt zur Seilerstraße und zur Korthauerstege“, erläuterte Klaus Bauer, der Vorsitzende der Eine-Welt-Gruppe Wesel und frühere Jugendleiter der evangelischen Kirche den weiteren Verlauf.

Dass man erstmals die Sammelaktion im Schillviertel anbiete, liege daran, dass die Mitgliederstärke bei den Jugendlichen gewachsen sei. „Und wir wurden dahingehend früher als Kirchengemeinde schon angerufen.“

Im Vorfeld hatte man die Leute mit kleinen Flyer-Hauswurfsendungen auf die Aktion aufmerksam gemacht. Die 18-jährige Amelie und die zwei Jahre jüngere Hannah waren an den Türen der Seilerstraße unterwegs.

„Wir haben das früher schon bei den Pfadfindern gemacht“, erzählte Amelie, dass die meisten Reaktion freundlich ausfallen. „Es sind auch Leute da, die ihre Bäume schon weggebracht haben, aber trotzdem spenden“, ergänzte Hannah. Das Ehepaar Schmidt freute sich jedenfalls über die Entsorgung.

„Was wir alles sonst veranstalten, um die wegzubringen“, sagte Hans-Joachim Schmidt. „Da haben wir seit Jahren drauf gewartet, dass es sowas auch hier gibt“, schwärmte die 45-Jährige ob des Engagements. „Da geht mir immer das Herz auf – viele schimpfen auf unsere Jugendlichen, aber die sind viel aktiver, als alle sagen.“

Rund 100 Jugendliche und Aktive

Am Morgen hatten sich gut 100 Jugendliche und Aktive an der Wackenbrucher Straße am „Come in“ und am „Katakomben“-Jugendhaus versammelt, um von dort aus in die verschiedenen Sammelbereiche – Wittenberg, Obrighoven, Schepersfeld, Lauerhaas, Blumenviertel, Innenstadt Nord und erstmals auch das Schillviertel – abzufahren. Das Geld aus dem Schillviertel gehe zu 100 Prozent an „Eine-Welt-Projekte“ und da wohl an das Schulprojekt in El Salvador, das die Eine-Welt-Gruppe seit Jahren unterstützt.

Am Ende waren es weit über 1000 Bäume, die die jungen Leute zum ASG zur Entsorgung fuhren.

Bei der Premieren-Sammlung am Schillviertel standen am Ende beachtliche 720 Euro zu Buche, womit niemand beim ersten Mal wirklich gerechnet hatte. Und als Gesamtergebnis der anderen Standorte konnte Dieter Skusa die Summe von 7551 Euro bekanntgeben. „Ein wahnsinniges Ergebnis“, lautete sein persönliches Fazit.