Corona-Krise: Weltladen esperanza bietet Lieferservice an

Der Weltladen esperanza ist auch Lebensmittelgeschäft – es finden sich zahlreiche biologisch produzierte und fair gehandelte Lebens- und Genussmittel in den Regalen an der Windstege 7.  Menschen, die in diesen Corona-Zeiten nicht mehr in die Stadt kommen dürfen oder wollen, können sich vom Weltladen-Team per Fahrradkurier beliefern lassen. Zum Sortiment gehören u.a. Tee, Kaffee, Zucker, Honig und andere Brotaufstriche, Reis, Schokolade und andere Knabbereien, Bonbons, Gebäck, Orangensaft, trockene Rot- und Weißweine, manchmal auch Bananen. Mit Blick auf das Osterfest finden sich auch verschiedene Schoko-Osterhasen im Angebot. Die Bestellung erfolgt per Telefon – 0281/31085, per Mail über oder per Briefkasten-Post direkt am Weltladen und bitte immer unter Angabe des Namens, der vollständigen Adresse und der Telefonnummer (für Rückfragen). Die Auslieferung erfolgt binnen 2 Tagen mit dem Fahrrad.

Da die behördlichen Auflagen für einen Weiterbetrieb des Weltladens während der Corona-Krise zu erheblich sind, bleibt der Weltladen bis auf weiteres geschlossen. Aber der Lieferservice bleibt bestehen!

Übrigens: mit jeder Bestellung unterstützen Sie unser Fachgeschäft für FAIREN HANDEL, denn durch die erzwungene Schließung erleidet auch der Weltladen massive Umsatzeinbußen!

Schokofahrt der Eine-Welt-Gruppe Wesel

Eine Idee, die auf den ersten Blick vollkommen absurd erscheint: eine emissionsfrei transportierte Schokolade essen. Der Kakao wächst jenseits des Atlantiks, der Transport über das Meer, die Herstellung und am Ende der Weg in den Laden und zur Endkundin: Das kann doch nicht klimafreundlich gehen. Doch!
Die Schokofahrt zeigt, dass das doch geht! Denn es geht um den bewussten Genuss von Luxusprodukten und nachhaltiges Handeln.
Und das fängt schon bei den Kakaobauern an: Der Rohstoff für die Schokolade wird in der Dominikanischen Republik von einer Kooperative unter biologischen Bedingungen angebaut und fair gehandelt. Dann übernimmt der Frachtsegler Tres Hombres die wertvolle Fracht und bringt sie ausschließlich mit Windkraft über den Atlantik nach Europa. Zielhafen: Amsterdam. Dort gelangt der Kakao zu der kleinen Manufaktur der Chocolatemakers. Übrigens erfolgt die Löschung der Ladung vom Schiff sowie der Transport zur Fabrik ebenfalls komplett ohne motorisierte Hilfsmittel, sondern mit viel kollektiver WoMen-Power.
Wenn jetzt der Rohstoff schon über 3000km auf See ohne fossile Energie zurück gelegt hat, muss der restliche Weg zur europäischen Endkundschaft doch auch ohne gehen!
Deshalb macht sich inzwischen zwei Mal im Jahr ein großes Netzwerk von Menschen auf den Weg mit dem Fahrrad nach Amsterdam zu fahren, dort die Schokolade abzuholen und in zahlreiche Städte in ganz Deutschland zu bringen.

In diesem Jahr, genau über Ostern, beteiligt sich die Eine-Welt-Gruppe Wesel zum ersten Mal an der Schokofahrt. Vier Mitarbeiter/innen fahren mit Lastenrädern bzw. mit Fahrrädern plus Anhänger nach Amsterdam, um dort die überwiegend vorbestellte Schokolade abzuholen (voraussichtlich ca. 80 kg). Hier in Wesel wird sie dann an Weiterverkäufer oder Endkunden ausgeliefert – natürlich auch mit dem Fahrrad. Wer die ausgezeichnete Schokolade probieren und kaufen möchte, komme einfach in den Weltladen esperanza – dort gibt es die Schokolade ab dem 14.4.2020 zum Preis von 2,90 €uro.

Spendenaufruf: Gesundheitskosten für Padre Ángel

Liebe Mitarbeiter/innen, Mitglieder, Freunde/innen und Förder/innen der EWG Wesel,

„Mit der Schulbildung unserer Kinder wird es gelingen,
den teuflischen Kreislauf von Armut und Unterdrückung zu durchbrechen!“

Dieses Zitat ist das Leitmotiv für unsere Projektarbeit am Bajo Lempa in El Salvador. Der Satz stammt vom Dominikaner Padre Ángel, der sich Zeit seines Lebens für die Menschen am Bajo Lempa eingesetzt hat und nun schwer erkrankt ist.
Die Eine-Welt-Gruppe Wesel arbeitete seit 1993 insbesondere beim Stipendienprojekt mit Padre Ángel zusammen. Padre Ángel war es, der das Stipendienprojekt ins Leben gerufen und über 20 Jahre junge Leute für dieses Projekt ausgesucht und begleitet hat. Die EWG Wesel hat in diesem Zeitraum mehr als 40 Jugendlichen durch ein Stipendium den Besuch der Klassen 7/8/9 und später bis zum Abitur ermöglicht. 20 von ihnen haben dann durch die Fortführung der Stipendien studieren können.
1980 kam der in Spanien, genauer in Madrid, arbeitende Priester Padre Ángel nach Nicaragua, wo er 1986 die aus El Salvador Geflohenen traf. Am 20. März 1991 machte er sich mit ihnen auf den Rückweg nach El Salvador und gründete mit den Bürgerkriegsflüchtlingen das Dorf Nueva Esperanza, in dem er bis heute lebt.

„Das Bestreben, den Armen neue Hoffnung zu geben, ist unser größter Stolz!“

Wichtig war und ist für Padre Ángel den Menschen ihre Würde zurückzugeben, für ihre Rechte gemeinsam zu kämpfen und das alles in dem Glauben der Theologie der Befreiung. Durch seine Predigten, Briefe und Bücher hat er den Menschen am Bajo Lempa eine Stimme, ein Gesicht gegeben.

Der nun fast 74 jährige Padre Ángel ist schwer krank. Unsere Projektkoordinatorin Gloria Nunez schrieb uns dazu am 22.1.20 folgendes:
„Am Wochenende habe ich Padre Ángel in seinem Haus besucht, er ist bettlägerig, er kann sich nicht bewegen, er ist völlig abhängig von allem, sie haben ihm ein Bett von der Gesundheitseinheit von Ciudad Romero geliehen, sie geben ihm starke Antibiotika und Schmerzmittel gegen die Schmerzen und die Infektion. Bei der ersten Operation wurde die fehlerhafte Prothese entfernt, weil er eine starke Infektion hatte, die durch ein Bakterium verursacht wurde, das sich seit einem Jahr eingelagert hatte und bereits seinen Knochen angegriffen hat. Die OP wurde in einem Privatkrankenhaus durchgeführt, weil es dort einen spezialisierten Orthopäden für Hüftprothesen gibt, es gibt nur 2 Spezialisten im Land.
Es musste ihm eine Luftmatratze gekauft werden, da er sich bereits den Rücken wundgelegen hat. Die Kosten für Medikamente sind enorm und die Bezahlung für die Operation ist groß. Der benötigte Geldbetrag für Pater Ángel beträgt etwa 20.000 Dollar, weil die Medikamente sehr teuer sind und er eine weitere Operation braucht, um seine Prothese einsetzen zu lassen.
Padre Ángel bezieht keine Rente von den Dominikanern, auch nicht von irgendwo anders. Er hat sich nie darüber Sorgen gemacht.“

Dieser letzte Satz macht deutlich, dass es Padre Ángel nicht um sich selber ging, sondern um die Menschen am Bajo Lempa. Der, der vielen Menschen Helfer, Zuhörer, Stütze und Begleiter war, ist nun selber auf Hilfe angewiesen!
Die Eine-Welt-Gruppe Wesel wird sich an den Gesundheitskosten für Padre Ángel beteiligen und wir möchten Euch bitten, mit Eurer Sonderspende diesen Betrag aufzustocken.
Wenn Ihr für diesen Zweck spenden wollt, nutzt bitte das Kennwort „Gesundheitskosten Padre Ángel“ – die Kontodaten lauten: EWG Wesel g.e.V., IBAN: DE95 3565 0000 0000 2055 59 bei der NISPA Rhein/Lippe.

Musik für arme Schüler in EI Salvador

Diesen Abend werden die Zuschauer noch lange in Erinnerung behalten. Eltern, Freunde, Schüler und Lehrer waren zu einer Benefiz-Veranstaltung des Konrad-Duden-Gymnasiums ins Kulturspielhaus Scala gekommen. Sie erlebten ein Programm von Schülern für Schüler, das man schon als durchaus professionell bezeichnen kann. Musikalisch, künstlerisch und artistisch präsentierten sich mehrere Arbeitsgruppen der ältesten Schule Wesels. Lange wurde auf diese Veranstaltung hingearbeitet und unzählige Proben zeigten jetzt, wie aktiv junge Menschen sein können.

Hilfe für Schüler in El Salvador

Im vergangenen Jahr wurde für ein Kinderkrankenhaus in Tansania gesammelt. Mit der jetzigen Veranstaltung wollten die Schülerinnen und Schüler für die Partnerschule der Eine-Welt-Gruppe Wesel in Nuevo Esperanza in El Salvador um Spenden bitten. Dort, auf dem südamerikanischen Kontinent, wollen sie für ein besseres Essen für andere Schüler sorgen. Isolde Rüter von der Eine-Welt-Gruppe Wesel erklärte in kurzen Worten, worum es ging. „Wir leisten Entwicklungshilfe.“ Bildungsprojekte, eine Partnerschaft mit El Salvador und fairer Handel sollen betrieben werden. Auf einer Großbildleinwand wurde über die Arbeit und Projekte berichtet.

Das ehemalige Lichtspielhaus war bis auf den letzten Platz besetzt, was ein Anzeichen dafür war, dass sicherlich ein großer Beitrag gespendet wurde. Daran hatten aber auch die Akteure ihren Anteil.

Publikum kann Texte mitsingen

Zunächst spielte das Orchester des Gymnasiums einige kleinere Werke unter Leitung von Hans-Günther Bothe. Ein Tango, „Rivers flow in you“, und das bei den Schülern beliebte „You saw him everywhere“ konnten sogar von allen mitgesungen werden, da der Text auf der Leinwand abzulesen war.

Als zweite Gruppe spielte die Band Peavey auf. Hier gab es unter der Leitung von Jochen Kirstein einiges zu hören. Ob nun „Go tell it on the mountains“ in einer ganz besonderen Bearbeitung oder Lieder von Stefanie Heinzmann und „Come together“ von den Beatles, alles war sehr überzeugend. In ganz ungewöhnlicher Art erklang der Welt-Hit der Rolling Stones „I can’t get no Satisfaction“.

Sehenswerte Jonglage-Show

Dritter Programmpunkt war dann noch der schon über die Grenzen Wesels bekannte Zirkus „Butterfly“ (Leitung Florian Bertling). Artistische Verbiegungen sowie eine sehenswerte Jonglage-Show mit bunten Kegeln und Diabolos ließen das Publikum jubeln. Nicht umsonst hatte diese Gruppe schon Auftritte im berühmten Roncalli-Zirkus. Einen schönen Schluss bildeten die Schülerinnen mit ihren bunt leuchtenden Hula-Hup-Reifen.

Am Ende gab es langanhaltenden Beifall für alle Beteiligten, die für eine tolle Benefiz-Veranstaltung gesorgt hatten.

Gelungene Premiere im Schillviertel

Schon peim ersten Mal kamen 720 Euro Spenden für die Weihnachtsbaum-Abholer zusammen.

Vorsichtig drückten Helen und Philip die Klingel an der Haustür. „Guten Tag, wir sind von der Tannenbaumaktion“, begrüßten die Jugendlichen am Flamer Weg den überraschten Patrick Fricke, dessen kleine Tochter unten an der Tür lunkerte. „Einen Moment“, entgegnete der Anwohner und kam mit seinem Baum zum Trekkerwagen, auf den Christian Terörde und Franz-Josef Kuhmann die ausrangierten Weihnachtsbäume warfen. „

Für einen guten Zweck

So habe ich keinen Schmutz mehr im Auto – und wenn es dann noch für einen guten Zweck ist“, zeigte sich der 41-Jährige von der erstmaligen Sammelaktion im Schillviertel angetan.

Seine Nachbarin Friedel Weidemann hatte schon auf die jungen Leute gewartet. „Ich hatte einen Zettel in meinem Briefkasten“, erklärte sie und drückte den beiden Jugendlichen einen Geldschein in die Hand. „Gott sein Dank muss ich den Baum jetzt nicht mehr wegbringen“, zeigte sich die 83-Jährige erleichtert.

Am Haus Nummer 24 hatte Ursula Sczesny schon „drei Stück über die Brüstung geworfen“. Sie kennt sie solche Abholaktionen schon aus Obrighoven. „Aber die Idee, das auch hier zu machen, ist schön.“

Klingeln an der Haustür

Die Jugendlichen (hier waren es rund ein Dutzend) klingelten immer zuerst, das Fahrzeug folgte ihnen dann nach. „Wir gehen jetzt zur Seilerstraße und zur Korthauerstege“, erläuterte Klaus Bauer, der Vorsitzende der Eine-Welt-Gruppe Wesel und frühere Jugendleiter der evangelischen Kirche den weiteren Verlauf.

Dass man erstmals die Sammelaktion im Schillviertel anbiete, liege daran, dass die Mitgliederstärke bei den Jugendlichen gewachsen sei. „Und wir wurden dahingehend früher als Kirchengemeinde schon angerufen.“

Im Vorfeld hatte man die Leute mit kleinen Flyer-Hauswurfsendungen auf die Aktion aufmerksam gemacht. Die 18-jährige Amelie und die zwei Jahre jüngere Hannah waren an den Türen der Seilerstraße unterwegs.

„Wir haben das früher schon bei den Pfadfindern gemacht“, erzählte Amelie, dass die meisten Reaktion freundlich ausfallen. „Es sind auch Leute da, die ihre Bäume schon weggebracht haben, aber trotzdem spenden“, ergänzte Hannah. Das Ehepaar Schmidt freute sich jedenfalls über die Entsorgung.

„Was wir alles sonst veranstalten, um die wegzubringen“, sagte Hans-Joachim Schmidt. „Da haben wir seit Jahren drauf gewartet, dass es sowas auch hier gibt“, schwärmte die 45-Jährige ob des Engagements. „Da geht mir immer das Herz auf – viele schimpfen auf unsere Jugendlichen, aber die sind viel aktiver, als alle sagen.“

Rund 100 Jugendliche und Aktive

Am Morgen hatten sich gut 100 Jugendliche und Aktive an der Wackenbrucher Straße am „Come in“ und am „Katakomben“-Jugendhaus versammelt, um von dort aus in die verschiedenen Sammelbereiche – Wittenberg, Obrighoven, Schepersfeld, Lauerhaas, Blumenviertel, Innenstadt Nord und erstmals auch das Schillviertel – abzufahren. Das Geld aus dem Schillviertel gehe zu 100 Prozent an „Eine-Welt-Projekte“ und da wohl an das Schulprojekt in El Salvador, das die Eine-Welt-Gruppe seit Jahren unterstützt.

Am Ende waren es weit über 1000 Bäume, die die jungen Leute zum ASG zur Entsorgung fuhren.

Bei der Premieren-Sammlung am Schillviertel standen am Ende beachtliche 720 Euro zu Buche, womit niemand beim ersten Mal wirklich gerechnet hatte. Und als Gesamtergebnis der anderen Standorte konnte Dieter Skusa die Summe von 7551 Euro bekanntgeben. „Ein wahnsinniges Ergebnis“, lautete sein persönliches Fazit.