Mitarbeiter-Ausflug zur GEPA

Am 1. April (kein Aprilscherz!) hat die GEPA, Deutschlands größtes Fairhandelshaus und unser wichtigster Partner, zum Tag der Offenen Tür nach Wuppertal eingeladen. Und dieser freundlichen Aufforderung sind 17 (!) Mitarbeiter/innen der Eine-Welt-Gruppe Wesel gefolgt. Als wir um 10.30 Uhr am Gepa-Weg 3 in Wuppertal eintrafen, empfing uns ein freundlicher Mitarbeiter mit dem Programmplan und einem alkoholfreien Sekt. Und dann hinein ins bunte Treiben – untermalt von lateinamerikanischer Musik! Probieren und Schmecken war am Schoko-Stand oder an der Kaffeetheke angesagt, mehr ums Informieren ging es beim Live-Kaffeerösten oder beim Vortrag zur Seifenherstellung. Und für die Augen war auch etwas dabei: GEPA-eigene Modells präsentierten im Rahmen einer Modenschau Fairtrade-Kleidung von zwei Handelspartnern.  Natürlich durfte auch das Einkaufen nicht fehlen – für sich selber und für den Weltladen zum Weiterverkauf! Nach knapp drei Stunden machten wir uns etwas erschöpft aber gut gelaunt auf den Heimweg.

Noch eine Anmerkung: die GEPA hat im Handwerkssortiment eine Neuorientierung vollzogen und konzentriert sich nun auf Produkte, die ebenfalls kurz- bis mittelfristig verbraucht werden (Seifen, Reinigungsmittel und Kerzen) – auch diese neuen Produkte konnten wir in Augenschein nehmen! Und dabei stößt längst nicht alles auf Zustimmung, denn manches erinnert doch an „Depot“ und „Nanu-Nana“, aber die Produktauswahl ist natürlich auch Geschmackssache!
(Klaus Bauer)

Das 1. Faire Jugendhaus im Rheinland: die Katakomben vom Lauerhaas

Wesel ist Fairtrade-Stadt, die Gesamtschule am Lauerhaas und die Konrad-Duden-Realschule sind Wesels erste Fairtrade-Schulen – nun hat Wesel auch ein FAIRES Jugendhaus.

Die Evangelische Jugend im Rheinland hatte die Idee, dieses Zertifikat ins Leben zu rufen und damit Jugendhäuser auszuzeichnen, die sich dem regionalen und fairen Wirtschaften verpflichtet fühlen, Fairtrade-Produkte anbieten und Aktionen und Gruppen zum Thema Nachhaltigkeit anbieten. Das Besondere: das Jugendhaus Katakomben im Gemeindezentrum am Lauerhaas ist gemeinsam mit den 4You in Schermbeck das erste FAIRE Jugendhaus im Rheinland.

In den Katakomben treffen sich die Eine-Welt-Jugendgruppe Wesel und eine vegane Kochgruppe, es werden Fairtrade-, Bio- und regionale Lebensmittel verarbeitet und angeboten und die genannten Gruppen sorgen für Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit – also alle Kriterien erfüllt. Das fand auch der zuständige Arbeitskreis der Evangelischen Jugend im Rheinland und hat das Jugendhaus am 11.3.2017 zur Auszeichnungsfeier eingeladen. Stellvertretend für die Katakomben ist eine kleine Delegation der Eine-Welt-Jugendgruppe nach Altenkirchen gereist und nahm, ausgestattet mit „Aktionsmaterialien“, in einem würdevollen Rahmen die Auszeichnung, ein FAIRES-Jugendhaus-Schild und einen GEPA-Volleyball entgegen. Nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch eine Motivation, bei dem Thema „am Ball“ zu bleiben!

Neujahrsempfang 2017 im Zeichen der Roten Nase

Mittlerweile ist er eine gute Tradition – der Neujahrsempfang der Eine-Welt-Gruppe Wesel, der am 23.1.2017 in den Gemeinderäumen der Friedenskirche stattfand. 35 Mitarbeiter/innen, Mitglieder und Freunde waren der Einladung des Vorstandes gefolgt, der mit diesem gemütlichen Beisammensein am Pasta-Büffet und mit leckeren fairen Getränken herzlich DANKE sagt für das vielfältige Engagement in unserem Verein. Das Dankeschön-Geschenk war in diesem Jahr die Rote Nase mit einer Spruchkarte und einer Anleitung zum „emotionalen Airbag“ – wie immer liebevoll gestaltet durch Isolde Rueter.

Die Rote Nase steht für Neugierde, Humor, sie soll helfen, den Gegenüber zu überraschen, sich und das Geschehen um einen herum nicht zu wichtig zu nehmen. Die Worte auf der Grußkarte fordern uns auf: „Lasst uns weiterhin unsere Nase in Dinge der Einen-Welt hineinstecken, obwohl andere meinen, Ungerechtigkeit und Intoleranz könne man nicht ändern. Wir wollen durch unsere gemeinsamen Aktivitäten auf Veränderung hinarbeiten, humorvoll und nicht belehrend, zuversichtlich und nicht verkrampft.“

In diesem Sinne – auf ein gutes Jahr 2017!!

Besuch ist Zeichen der Verbundenheit

Gruppenbild mit dem Lehrpersonal von Amando López, links Lothar Rauer und Sigrid Kowollik, in der Mitte vorne unsere Projektkoordinatorin Gloria Nunez

Zu Gast bei unseren Partnern am Bajo Lempa

Sigrid Kowollik und Lothar Rauer waren von Anfang Dezember 2016 bis Anfang Januar 2017 in Guatemala und El Salvador und nutzten ihre Reise auch zum Besuch der von der Eine-Welt-Gruppe Wesel geförderten Projekte am Bajo Lempa. Beide sind langjährige Mitglieder unserer Gruppe und haben die Partnerschaft und die Projektförderung maßgeblich mit aufgebaut.

Hier nun in Auszügen ihre Begegnungen und Eindrücke – der vollständige „Besuchsbericht“ ist auf dem Blog https://bajolempa.wordpress.com/   nachzulesen.

Beim Mittagessen

Schulmahlzeit in Amando López

Seit nun 10 Jahren besteht dieses Projekt, welches zunächst unter dem Namen „Früchteprojekt“ geführt wurde. Die rd. 200 Schulkinder erhalten an jedem Schultag ein ausgewogenes Essen, bei dem insbesondere Gemüse und Obst fester Bestandteil sind, neben Hühnerfleisch, Reis und Bohnen. Mit den 6.000 $, die die Eine-Welt-Gruppe Wesel jährlich für diese Speisung zur Verfügung stellt, kann somit mit den Grundnahrungsprodukte Öl, Bohnen, Mais, Reis, die das Bildungsministerium von El Salvador den Schulen in bescheidenem Umfang zur Verfügung stellt, ein ausgewogenes Essen erstellt werden. Dies ist besonders aufgrund der Tatsache sehr wichtig, dass in den meisten Familien den Kindern aufgrund der Armut ein solches Essen nicht geboten werden kann und ein Teil der Kinder gar vollkommen ohne Frühstück zur Schule kommen.

Das Essen wird von vier Frauen (Mütter von Kindern), die sich jeweils zu zweit wöchentlich abwechseln, gekocht. Man benutzt als Feuerstelle Brennholz, um Kosten für Gas zu sparen. Die Verwaltung des Geldes liegt mit unterschiedlicher Verantwortung in Händen verschiedener Personen des Lehrpersonals, um somit einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen Spendengeldern zu gewährleisten und abzusichern. Jede verantwortliche Person bzw. Gruppe ist verpflichtet, Aufzeichnungen zu erstellen, die das gesamte Lehrpersonal erhält.

Das informative Gespräch mit dem Lehrpersonal beendeten wir gemeinsam mit einem Mittagessen. Im Namen der Eine-Welt-Gruppe Wesel bedankten wir uns bei den Verantwortlichen für die gute Umsetzung dieser Schulspeisung und für ihre zweimal im Jahr erstellten Berichte, die an den Vorstand der Gruppe in Wesel gehen. Die gute Projektumsetzung ist ein Ansporn für die Weseler Gruppe und sicherlich auch für die Spender/innen, alle Anstrengungen zu unternehmen, damit dieses Projekt fortgesetzt werden kann.

Tanzaufführung der Kinder der Tagesstätte

Kindertagesstätte in Nueva Esperanza

Wie jedes Jahr, zum Ende des Schuljahres, wurde in der Kindertagesstätte die Abschlussveranstaltung durchgeführt. Neben den kurzen Ansprachen u.a. von der Leiterin der Tagesstätte, unserer Projektverantwortlichen vor Ort, Gloria Núñez und Lothar Rauer als Vertreter der Weseler Gruppe, war die Veranstaltung von kulturellen Beiträgen der Kinder geprägt. Jungen und Mädchen führten einige traditionelle Tänze in der typischen Kleidung vor. Frühere Besucher der Tagesstätte haben die kleine Band „Semilla“ (Samen) gegründet und spielten mehrere Stücke. Zum Abschluss der Veranstaltung wurden noch „Diplome“ für besondere Leistungen an Kinder und Eltern übergeben. Danach wurde an die Eltern und Kinder ein kleines Getränk und ein Sandwich verteilt.

Kinder mit ihren „Diplomas“ für besondere Leistungen
Gruppenbild mit Erzieherinnen

Für die Entlohnung eines Teils des Personals, das Essen, Materialien und laufende Kosten für Strom und Wasser stellt die Eine-Welt-Gruppe Wesel jährlich rd. 13.500 $ zur Verfügung. Die andere Hälfte der Kosten übernimmt die katholische Kirchengemeinde in Bedburg-Hau.

Mehrere Eltern kamen auf uns zu, um sich persönlich bei uns, als VertreterIn der EWG Wesel, dafür zu bedanken, dass der Betrieb dieser Kindertagesstätte möglich ist, da in dieser Einrichtung den Kindern eine Erziehung, Bildung und Ernährung zu teil wird, die sie in dieser Art nicht leisten können. Regelmäßig finden Elternschulungen statt, die inzwischen intensiver besucht werden, da die Eltern gemerkt haben, dass sie dort in Erziehungsfragen Hilfestellungen erhalten. Anzumerken ist noch, dass bei einem Vergleich auf Landesebene in El Salvador die Kindertagesstätte in Nueva Esperanza als beste Einrichtung auf dem Land gewürdigt wurde.

Eine Mutter übergab uns einen Brief, in dem sie der Gruppe in Wesel ihre große Dankbarkeit ausdrückt. Nachfolgend dokumentieren wir diesen Brief:

Sehr geehrte Vertreter der Gruppe aus Wesel.

Nachfolgendes ist ein Brief, den ich an die solidarischen Menschen mit Herz geschrieben habe.

Ich möchte hiermit meine tiefe Dankbarkeit ausdrücken. Darin möchte ich auch feststellen, dass die Umsorgung und Ernährung unserer Kinder, besser ist, als wir in unseren Häusern leisten können, aufgrund der finanziellen Situation und der Arbeitslosigkeit.

Das gesamte Essen und die Erziehung sind sehr ausgewogen und fördert so die Entwicklung der Kinder bereits im frühen Kindesalter.

Musik-Gruppe „Semilla de Nueva Esperanza“

Es sei mir erlaubt zu erwäḧnen, dass mein erstes Kind vor vier Jahren die Kindertagesstätte beendet hat und dort viel gelernt hat. Heute ist er Sänger in der Musikgruppe und hat keine Scheu in der Öffentlichkeit aufzutreten.  [auf Foto unten Sänger in der Mitte]

Bevor ich ende möchte ich anmerken, wie glücklich ich bin, dass es mir so möglich war, meinem Sohn eine Bildung mit ihrer Hilfe habe zukommen zu lassen. 

Ich bin so dankbar und wünsche, dass ihnen und ihren Familien Gottes Segnungen zu teil werden. Ein frohes Weihnachtsfest und gesundes Neues Jahr.

Maria del Carmen und ihr Sohn Jesús Enrique

Stipendiat Victor Núñez

Victor Núñez

Victor absolviert seit Anfang 2014 ein Krankenpfleger-Studium. In El Salvador, wie auch in anderen Ländern in Europa, existiert kein Ausbildungssystem, wie in Deutschland. Daher findet die Krankenschwester- bzw. -pfleger-Ausbildung im Rahmen eines Studiums von fünf Jahren an einer Universität statt.

Mit Victor, der von der EWG Wesel mittels eines Stipendiums in Höhe von 3.600,- €uro pro Jahr unterstützt wird, sind wir in regelmäßigem Kontakt.

Am 24.12.2016 haben wir ihn bei einer Weihnachtsfeier der Familie Núñez getrofffen. Da er sein Semester mit sehr guten Noten abgeschlossen hatte, konnte er sich das Krankenhaus, wie auch den Zeitraum des Praktikums aussuchen. Er hat sich für das Hospital Rosales entschieden, da er da schon früher im Praktikum war und er dort gute Erfahrungen gemacht hatte. Besonders schätzt er an diesem Krankenhaus, dass er viel an praktischem Wissen lernt. Er findet es gut, dass die AusbilderInnen positive, wie auch negative Kritik anbringen. Schwierig war in diesem Praktikum für ihn, dass er auf der Intensivstation eingesetzt war und während seiner Arbeit dort auch ein Patient verstarb. Victor wurde von dem Personal gut aufgefangen und bei der Aufarbeitung dieses Erlebnisses begleitet.

In seinen Briefen schreibt er immer begeistert, wie gut ihm sein Studium und die Praktika gefallen, und was er dabei lernt. Aber er berichtet natürlich auch über die Schwierigkeiten und Probleme die während des Studiums auftauchen. Z.B. konnte er aufgrund einer Erkrankung an zwei Prüfungen nicht teilnehmen. Um nicht das Semester wiederholen zu müssen, hat er diese zwei Prüfungen auf eigene Kosten und im gleichen Semester nachgeholt. Victor freut sich schon auf die Fortsetzung seines Studiums. Das neue Semester beginnt ab Mitte Januar 2017.

Englischlehrerin Karla Flores

Karla Flores

Karla Flores arbeitet seit mehreren Jahren als Englisch-Lehrerin am Instituto in Nueva Esperanza und wird von der EWG Wesel mit ca. 1.700,- €uro im Jahr unterstützt. Sie unterrichtet am Wochenende die 7., 8., 9. Klasse, sowie das 1. und 2. Abiturjahr. Insgesamt waren es 52 Schüler/innen, der Großteil kam aus den umliegenden Dörfern. Zum Schuljahresende hatte sich die Zahl der Teilnehmer/innen auf nur noch 30 reduziert, da viele aus Angst aufgrund der Kriminalität (insbesondere wegen der Morde am 05.10.2016 an fünf jungen Menschen in Nueva Esperanza) nicht mehr zum Unterricht kamen, bzw. das Land verlassen haben.

Karla hofft, genauso wie ihre Schulleiterin, dass die sich die Zahl der Schüler/innen wieder erhöht. Die Arbeit macht Karla viel Spaß, sie ist sehr engagiert und dies überträgt sich auch auf ihre Schüler/innen, die mit viel Begeisterung jeden Samstag zur Schule kommen.

Rotaract-Gruppe Wesel-Bocholt aktiv für El-Salvador-Projekte

Rotaract steht für „Rotary in Action“ und ist ein weltweit aktiver Serviceclub junger Menschen. Der Rotaract Club Wesel-Bocholt besteht derzeit aus rund 15 aktiven Mitgliedern zwischen 18 und 30 Jahren.

Bei den jungen Leuten geht es nicht nur ums Lernen und Feiern, sondern auch ums HELFEN. Und so kamen die Mitstreiter/innen rund um Präsidentin Birte Zacharias auf die Idee, beim Adventmarkt in Wesel insgesamt 120 Flaschen mit Likör-Füllungen anzubieten und für die Bildungsprojekte der EWG Wesel zu verkaufen. Das besondere an diesen Flaschen – die trockenen Zutaten waren schon eingefüllt – für die flüssigen Zutaten muss der Kunde sorgen. So sind beim Advent-Likör in der schmucken Flasche schon brauner Zucker, Kakao, Zimt, Vanille und Nelken enthalten, aber zu Hause muss man dann Apfelsaft, Holunderbeersaft und weißen Rum hinzufügen, gut schütteln und 14 Tage ziehen lassen.

Eine tolle Idee mit einem großartigen Ergebnis: die jungen Leute wurden alle Flaschen los und überreichten einen Scheck in Höhe von 800,- €uro an den Vorsitzenden Klaus Bauer! Vielen Dank für Euer vorbildliches Engagement!