Von Binsenweisheiten und schlauen Vögeln – Betriebsausflug

Unser diesjähriger Betriebsausflug fand mit 25 Mitarbeiter/innen am 22.6.2018 in der Dingdener Heide statt.  Schon die Hinfahrt war für einige von uns ein Landschaftserlebnis, denn die ca. 15 km lange Strecke wurde mit dem Fahrrad zurück gelegt! (Applaus). Nach einer Stärkung am Kuchen- und Kaffeebüffet führte uns Fr. Dr. Ursula Heidbüchel, ihres Zeichens Natur- und Landschaftsführerin, in die verschiedenen Natur- und Kulturlandschaften des Projekts Dingdener Heide ein. Dabei ging es nicht nur um die Besonderheiten bestimmter Bäume, Gräser und Öko-Systeme, sondern auch darum, wie die Menschen hier in verschiedenen Jahrhunderten lebten und durch ihre Bewirtschaftung Landschaft verändert haben. Und wir erfuhren auch, warum gerade die Binse dafür herhalten muss, wenn Menschen lapidare Allgemeinplätze verwenden (die Binse ist glatt und hat keine Knoten oder Verzweigungen) und wie es der Kuckuck schafft, den Wirtsvögeln farbgleiche Eier unterzujubeln (er ist in der Lage, seinen Eiern die Farbe zu geben, die der Farbe der Eier des Wirtsvogels entspricht!). Natürlich durften auch die Störche und die Wasserbüffel bei unserem fast 3stündigen Rundgang nicht fehlen. Wer sich auch mit Fr. Heidbüchel auf den Weg machen möchte, kann sie unter anschreiben und wird einen sehr
interessanten und kurzweiligen Ausflug erleben. (Klaus Bauer)

Störche-Gucken

Osterhasen fordern: Keine unfaire Schokolade mehr!

Noch immer stecken in fast jeder Schokolade Armut und ausbeuterische Kinderarbeit. Aus Protest dagegen traten am Freitag, den 9.3.2018 um 15.30 Uhr in der Hohen Straße in Wesel die Osterhasen in den Streik: Sie weigern sich, weiterhin unfaire Schokoladenköstlichkeiten in die Osternester zu legen. Stattdessen informieren sie die Bevölkerung über die bittere Wahrheit hinter dem süßen Genuss und über Alternativen des fairen Handels. Mit der Aktion will die Eine-Welt-Jugendgruppe Wesel auf die ungerechten Zustände im globalen Schokoladengeschäft hinweisen.

Rund neun Kilogramm Schokolade pro Kopf werden in Deutschland jedes Jahr konsumiert. Insbesondere in der Osterzeit schießen die Verkaufszahlen in die Höhe. Doch während sich Kinder in Deutschland auf Schokolade im Osternest freuen, lebt die Mehrheit der Kakaobauernfamilien in Westafrika deutlich unterhalb der Armutsgrenze. Obwohl der Anteil zertifizierten Kakaos in Deutschland gestiegen ist, hat sich an der Armut bisher kaum etwas geändert. Durch den starken Preisverfall des Kakaos in den letzten zwei Jahren hat sich die Situation der Kakaobauernfamilien im Gegenteil sogar verschlechtert. Die Osterhasen sagen: „Es ist wichtig, dass SchokoladenliebhaberInnen erfahren, unter welchen Bedingungen der Kakao angebaut wird.“

Mit dieser öffentlichen Aktion will die Eine-Welt-Jugendgruppe Wesel zur Aufklärung der Bevölkerung beitragen und aufzeigen, was jede/r Einzelne für faire Schokolade tun kann. Als Osterhasen verkleidete AktivistInnen verteilen Infomaterial an die PassantInnen. Mit großen Sprechblasen und gemeinsam mit den streikenden Osterhasen haben sich über 80 Kinder, Jugendliche und Erwachsene fotografieren lassen. Diese Fotos und die Forderungen gehen als Protest an Schokoladenunternehmen wie Mars, Nestle, Lindt und Ferrero.

Die Aktion findet statt im Rahmen der Osteraktion der Kampagne Make Chocolate Fair!, die von der entwicklungspolitischen Organisation INKOTA koordiniert. Mit kreativen Aktionen will INKOTA eine starke Botschaft für faire Schokolade an die Schokoladenunternehmen senden, die sich kurz nach Ostern in Berlin zur 4. Weltkakaokonferenz treffen. „Die Schokoladenindustrie verspricht seit Jahren mehr Nachhaltigkeit“, so Kampagnen-Koordinator Johannes Schorling von INKOTA. „Doch Schokolade wird erst dann wirklich fair sein, wenn die Bäuerinnen und Bauern für den Kakao einen Preis erhalten, der ein Leben in Würde ermöglicht“.
(Klaus Bauer)

Wir freuen uns auf Elena und Norma aus El Salvador

Seit vielen Jahren unterstützt die EWG Wesel die Schule von Amando Lopez (Schulmahlzeit) und die Kita in Nueva Esperanza und pflegt partnerschaftliche Kontakte am Bajo Lempa in El Salvador. Und so ist es zu einer guten Tradition geworden, dass wir alle drei Jahre Mitarbeiterinnen aus den genannten Einrichtungen nach Wesel einladen. In diesem Jahr werden Elena Nunez und Norma Cortez vom 12.-27. September bei uns zu Gast sein und bei den „Herbergseltern“ Margret und Christoph von Derschau wohnen. Schon bald wird ein Vorbereitungsteam damit beginnen, ein abwechslungsreiches Begegnungs-, Bildungs- und Sightseeing-Programm zusammen zu stellen.

Hier nun eine kurze Vorstellung unserer Gäste:

Norma ist 40 Jahre alt, verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Sie stammt aus einfachen Verhältnissen und konnte ihr Abitur und ihr Studium mit finanzieller Unterstützung aus Deutschland machen. Seit 2004 arbeitet sie als Lehrerin in der Volksschule von Amando Lopez und ist seit April 2017 die Direktorin der Schule. Sie schreibt: „Dank eurer Unterstützung seit Jahren kommen die Schüler und Schülerinnen sehr regelmäßig zur Schule. ….  Ich bin sehr dankbar, dass ich die Möglichkeit habe euch zu besuchen!“

Elena (51 Jahre) überlebte den Bürgerkrieg im Exil in Nicaragua und arbeitet seit der Rückkehr 1991 als  Buchhalterin. Sie lebt in Nueva Esperanza und ist aktuell für die Frauenkooperative am Bajo Lempa (Viehzucht und Vergabe von Kleinkrediten) tätig. Mit einer halben Stelle arbeitet sie für die landwirtschaftliche Kooperative von Nueva Esperanza und verwaltet die Gelder für die von der EWG Wesel unterstützten Kindertagesstätte. Auch Elena ist verheiratet und hat drei bereits erwachsene Kinder.

Beide Frauen interessieren sich für die Arbeit in Kita´s und Schulen in Deutschland, für das Thema Inklusion und freuen sich auf die Begegnungen und auf das Kennenlernen von Land und Leuten. In Planung sind auch öffentliche Veranstaltungen, bei den Interessierte und Freunde der Eine-Welt-Gruppe Wesel die Gelegenheit haben werden, Elena und Norma persönlich kennen zu lernen.

Weihnachtsbäume für El Salvador

Nein, nicht wirklich! Natürlich schicken wir keine ausgedienten Weihnachtsbäume nach El Salvador. Aber die Bäume tun tatsächlich etwas Gutes für Kinder und Jugendliche in El Salvador, denn sie lassen sich von den Jugendlichen der Eine-Welt-Jugendgruppe Wesel in der Nordstadt gegen eine Spende einsammeln. Und erfreulicherweise haben nicht nur die Menschen gespendet, die als Gegenleistung ihren Weihnachtsbaum los geworden sind, sondern auch viele andere, die es toll finden, dass engagierte junge Leute für die Bildungsprojekte in El Salvador und die Jugendarbeit sammeln. So kam auch in diesem Jahr am Sammel-Samstag, den 13.1.2018 der erstaunliche Betrag von 1.456,- €uro zusammen, was die Einstellung des Rekordbetrages vom Vorjahr bedeutet! Großartig! Vielen Dank den Jugendlichen und den Spendern/innen!